Was bedeutet Beihilfeantrag?
Beihilfe fließt nie automatisch: Ohne Antrag gibt es keine Erstattung. Diese Seite beschreibt den Antrag selbst, also Inhalt, Belege und Ablauf. Den digitalen Einreichungsweg erklärt der Eintrag Beihilfe-App, das Ergebnis der Prüfung der Eintrag Beihilfebescheid.
Im Antrag gibt die beihilfeberechtigte Person an, für wen die Aufwendungen entstanden sind, etwa für sich selbst, den berücksichtigungsfähigen Partner oder ein Kind, und ob Leistungen Dritter wie einer Krankenkasse bestehen. Beigefügt werden die Rechnungen, beim Bund als Kopie; Originale bleiben beim Beamten, weil sie meist auch beim privaten Krankenversicherer eingereicht werden. Die Beihilfestelle prüft, ob die Aufwendungen notwendig und wirtschaftlich angemessen sind, und kann dazu Gutachten einholen. Eingereichte Belege werden nach spätestens sechs Monaten vernichtet.
Zwei Grenzen bestimmen den Zeitpunkt: Beim Bund müssen die Aufwendungen eines Antrags zusammen mehr als 200 Euro betragen (Mindestbetrag), und der Antrag muss innerhalb von drei Jahren nach dem Rechnungsdatum gestellt werden (§ 54 BBhV). Kleinere Rechnungen werden deshalb gesammelt. Bei hohen Kosten, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt, kann auf Antrag eine Abschlagszahlung gewährt werden (§ 51 Abs. 9 BBhV). In Fällen unbilliger Härte darf die Beihilfestelle einen Antrag durch Dritte zulassen, etwa durch Angehörige.
Für manche Leistungen reicht der nachträgliche Antrag nicht. Bei Psychotherapie muss die Beihilfestelle die Behandlung grundsätzlich vorher anerkennen (§ 18a BBhV); bei Zahnersatz schafft ein vorab eingereichter Heil- und Kostenplan Planungssicherheit.
Rechenbeispiel: Rechnungen sammeln bis über 200 Euro
- 1Ein Bundesbeamter mit 50 Prozent Beihilfe erhält im Februar eine Arztrechnung über 80 Euro, im April über 65 Euro und im Juni über 90 Euro.
- 2Einzeln liegt keine Rechnung über dem Mindestbetrag; zusammen sind es 235 Euro und damit mehr als 200 Euro.
- 3Er reicht alle drei Belege in einem Antrag ein; sind sie voll beihilfefähig, erstattet die Beihilfe 50 Prozent, also 117,50 Euro.
- 4Die übrigen 117,50 Euro rechnet er mit seinem Beihilfetarif ab; die Dreijahresfrist ab Rechnungsdatum ist deutlich eingehalten.
So regeln es Bund und Länder
| Dienstherr | Regelung |
|---|---|
| Bund | Antrag schriftlich, elektronisch oder per Beihilfe-App; Mindestbetrag über 200 Euro, Frist drei Jahre nach Rechnungsdatum (§§ 51, 54 BBhV). |
| Bremen | Antrag bei Performa Nord, auch per App; Mindestbetrag 200 Euro je Antrag, Antragsfrist ein Jahr. |
| Sachsen | Antrag beim Landesamt für Steuern und Finanzen, auch per Beihilfe-App; Antragsfrist zwei Jahre. |
| Nordrhein-Westfalen | Papieranträge gehen an die Zentrale Scanstelle Beihilfe in Detmold, alternativ per Beihilfe NRW App. |
| Thüringen | Folgeanträge können beim Landesamt für Finanzen auch online über ein BundID-Konto gestellt werden. |
| Hamburg | Beihilfeanträge beim Zentrum für Personaldienste, auch per dBeihilfePlus; die pauschale Beihilfe wird dagegen über die Personalstelle beantragt. |