Startseite› Beamte in Nordrhein-Westfalen·Stand September 2026
Für Beamte in Nordrhein-Westfalen gelten die Bemessungssätze, die auch der Bund kennt: 50 Prozent im aktiven Dienst, 70 Prozent ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand, 70 Prozent für Ehe- und Lebenspartner und 80 Prozent für Kinder. Grundlage ist die Beihilfenverordnung NRW (BVO NRW) auf Basis von § 75 des Landesbeamtengesetzes.
Deutliche Unterschiede gibt es im Detail: Wahlleistungen im Krankenhaus sind ohne monatlichen Eigenbeitrag beihilfefähig, dafür werden tageweise Eigenanteile abgezogen. Eine Kostendämpfungspauschale erhebt das Land seit 2022 nicht mehr. Die pauschale Beihilfe für gesetzlich Versicherte ist politisch angekündigt, aber nicht umgesetzt. Polizeivollzugsbeamte erhalten freie Heilfürsorge statt Beihilfe.
Bemessungssatz aktive Beamte
50 %
70 % ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand.
Eigenanteil Wahlleistungen je Tag
10 € / 15 €
Chefarzt bzw. Zweibettzimmer, höchstens 20 Tage oder 500 € im Jahr.
Einkommensgrenze Partner
23.861 €
Für Aufwendungen 2026, maßgeblich sind die Einkünfte des Jahres 2025.
Quelle: Landesrecht Nordrhein-Westfalen, Stand September 2026
Personenbezogene Bemessungssätze wie beim Bund: Jede Person erhält einen eigenen Satz, maßgeblich sind die Verhältnisse beim Entstehen der Aufwendungen.Quelle: § 12 BVO NRW, Merkblatt LBV NRW 01/2026
Bemessungssätze
50 % aktive Beamte (auch Anwärter) ohne oder mit einem Kind, 70 % ab zwei Kindern, 70 % Versorgungsempfänger, 70 % Ehe- und Lebenspartner, 80 % Kinder und Waisen.Quelle: § 12 Abs. 1 BVO NRW, Merkblatt LBV NRW 01/2026
Wahlleistungen
Chefarzt und Zweibettzimmer beihilfefähig ohne Monatsbeitrag; Eigenanteil 10 € (Arzt) bzw. 15 € (Unterkunft) je Tag, höchstens 20 Tage bzw. 500 € pro Person und Jahr. Einbettzimmer-Mehrkosten nicht beihilfefähig.Quelle: § 4 Abs. 1 Nr. 2 BVO NRW, Merkblatt LBV NRW 01/2026
Kostendämpfungspauschale/Eigenbehalte
Kostendämpfungspauschale rückwirkend zum 01.01.2022 abgeschafft. Eigenanteile u. a. bei Wahlleistungen und Zahnersatz (Material- und Laborkosten zu 70 % beihilfefähig), begrenzt durch eine Belastungsgrenze von 2 % der Jahresbezüge.Quelle: DBB NRW, Merkblatt LBV NRW 01/2026
Pauschale Beihilfe
Nicht eingeführt. Der Koalitionsvertrag von CDU und Grünen (2022) sieht eine einmalige Wahlmöglichkeit zu Beginn des Beamtenverhältnisses vor; umgesetzt ist sie Stand September 2026 nicht.Quelle: Landtag NRW, E 18/882; GEW NRW 02/2026
Einkommensgrenze Partner
Berücksichtigungsfähig, wenn die Einkünfte im Kalenderjahr vor Entstehen der Aufwendungen die Grenze nicht übersteigen: 23.861 € für Aufwendungen 2026; jährliche Anpassung nach dem Rentenwert.Quelle: § 2 Abs. 1 BVO NRW, Merkblatt LBV NRW 01/2026
Heilfürsorge
Freie Heilfürsorge für Polizeivollzugsbeamte; ergänzend Beihilfe, etwa zu Wahlleistungen im Krankenhaus. Angehörige sind über die Beihilfe abgesichert.Quelle: § 112 Abs. 2 LBG NRW, FHVOPol, Bezirksregierung Münster
Verbeamtung Lehrkräfte
Lehrkräfte werden verbeamtet; Lehramtsanwärter sind im Vorbereitungsdienst Beamte mit Beihilfe von 50 % (70 % ab zwei Kindern).Quelle: Bezirksregierung Düsseldorf
Rechtsreferendare
Keine Beamten: Der Vorbereitungsdienst läuft in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis mit Unterhaltsbeihilfe, ohne Beihilfeanspruch.Quelle: § 30 JAG NRW, OLG Köln
Beihilfestelle
Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV NRW) sowie die fünf Bezirksregierungen, u. a. für Lehrkräfte und Polizei. Anträge per Post an die Zentrale Scanstelle Beihilfe in Detmold oder per Beihilfe NRW App.Quelle: LBV NRW, Bezirksregierung Detmold
Rechtsgrundlage
§ 75 Landesbeamtengesetz NRW (LBG NRW) in Verbindung mit der Beihilfenverordnung NRW (BVO NRW).Quelle: LBG NRW, BVO NRW
Aktive Beamte in Nordrhein-Westfalen erhalten 50 Prozent Beihilfe, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent (§ 12 BVO NRW). Pensionäre sowie berücksichtigungsfähige Ehe- und Lebenspartner erhalten 70 Prozent, Kinder und Waisen 80 Prozent.
Besonders ist die Behandlung der Wahlleistungen im Krankenhaus: Anders als in vielen Ländern sind Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer ohne monatlichen Beitrag beihilfefähig. Abgezogen werden nur Eigenanteile:
10 Euro je Tag für die gesondert berechneten ärztlichen Leistungen,
15 Euro je Tag für das Zweibettzimmer,
zusammen höchstens für 20 Tage bzw. 500 Euro pro Person und Kalenderjahr.
Die Mehrkosten eines Einbettzimmers sind nicht beihilfefähig, anerkannt wird dann der Zweibettzimmersatz. Eigenanteile werden zusätzlich durch eine Belastungsgrenze von 2 Prozent der Jahresbezüge gedeckelt. Eine Kostendämpfungspauschale gibt es seit dem 1. Januar 2022 nicht mehr (Details unter Pauschale zur Kostendämpfung). Allgemeine Hinweise finden Sie im Ratgeber Krankenversicherung für Beamte.
Gibt es in NRW eine pauschale Beihilfe?
Nein, Stand September 2026 gibt es in Nordrhein-Westfalen keine pauschale Beihilfe. Der Koalitionsvertrag von CDU und Grünen aus dem Jahr 2022 sieht zwar eine einmalige Wahlmöglichkeit zu Beginn des Beamtenverhältnisses vor, bei der anstelle der individuellen Beihilfe ein Zuschuss in Höhe des Arbeitgeberbeitrags gezahlt würde. Ein Gesetz dazu gibt es bislang nicht.
Gesetzlich versicherte Beamte zahlen ihren Kassenbeitrag deshalb weiterhin allein. Beihilfe erhalten sie nur für Leistungen, die die Kasse nicht als Sachleistung erbringt, zum Beispiel Wahlleistungen im Krankenhaus, Zahnersatz, Heilpraktiker oder privatärztliche Behandlung. Bei freiwillig Versicherten ohne Arbeitgeberzuschuss werden die Kassenleistungen dabei nicht vorab abgezogen, sondern nur bei der Höchstbetragsberechnung berücksichtigt.
Für die meisten Beamten bleibt die Kombination aus Beihilfe und privatem Beihilfetarif damit günstiger. Mehr dazu für Beamtenanwärter und Lehrer.
Was gilt für Polizei und Heilfürsorge in NRW?
Polizeivollzugsbeamte in Nordrhein-Westfalen erhalten freie Heilfürsorge (§ 112 Abs. 2 LBG NRW in Verbindung mit der Polizei-Heilfürsorgeverordnung). Sie umfasst die zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Polizeidienstfähigkeit notwendigen Leistungen, im Umfang angelehnt an das SGB V, aber ohne Zuzahlungen.
Daneben bleibt ein Beihilfeanspruch bestehen, etwa für:
Wahlleistungen im Krankenhaus (abzüglich 10 bzw. 15 Euro je Tag),
privatärztliche Mehrkosten gegenüber der Heilfürsorge,
Heilpraktiker und Zahnersatz, soweit die Heilfürsorge nicht leistet,
die Aufwendungen berücksichtigungsfähiger Angehöriger.
Familienangehörige sind nicht über die Heilfürsorge abgesichert und benötigen einen Beihilfetarif. Im Ruhestand endet die Heilfürsorge, dann gilt der Bemessungssatz von 70 Prozent. Eine Anwartschaftsversicherung sichert den späteren Wechsel in die PKV ohne neue Gesundheitsprüfung.
Was gilt für Referendare und Lehramtsanwärter in NRW?
Lehramtsanwärter sind in Nordrhein-Westfalen Beamte und erhalten Beihilfe, Rechtsreferendare dagegen nicht. Für angehende Lehrkräfte gilt im Vorbereitungsdienst der Satz von 50 Prozent (70 Prozent ab zwei Kindern), zuständig ist die jeweilige Bezirksregierung.
Rechtsreferendare leisten ihren Vorbereitungsdienst in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis nach § 30 JAG NRW. Sie erhalten eine Unterhaltsbeihilfe statt Anwärterbezügen und sind in der Regel gesetzlich krankenversichert.
Wenn Sie als Lehramtsanwärter in Nordrhein-Westfalen Ihre berufliche Laufbahn beginnen, steht die Wahl Ihrer Krankenversicherung an …
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Häufige Fragen: Beamte in Nordrhein-Westfalen
Wie hoch ist die Beihilfe in NRW?+
Aktive Beamte erhalten 50 Prozent, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent. Pensionäre sowie Ehe- und Lebenspartner erhalten 70 Prozent, Kinder und Waisen 80 Prozent (§ 12 BVO NRW).
Sind Chefarzt und Zweibettzimmer in NRW beihilfefähig?+
Ja, ohne monatlichen Beitrag. Abgezogen werden 10 Euro je Tag für die Chefarztbehandlung und 15 Euro je Tag für das Zweibettzimmer, höchstens für 20 Tage bzw. 500 Euro pro Person und Kalenderjahr. Die Mehrkosten eines Einbettzimmers sind nicht beihilfefähig.
Gibt es in NRW eine Kostendämpfungspauschale?+
Nein. Die Kostendämpfungspauschale wurde rückwirkend zum 1. Januar 2022 abgeschafft. Es bleiben einzelne Eigenanteile, etwa bei Wahlleistungen im Krankenhaus, die durch eine Belastungsgrenze von 2 Prozent der Jahresbezüge begrenzt sind.
Gibt es in NRW eine pauschale Beihilfe?+
Nein, Stand September 2026 nicht. Die Landesregierung hat sie 2022 im Koalitionsvertrag angekündigt, ein Gesetz dazu gibt es bislang nicht. Gesetzlich versicherte Beamte tragen ihren Kassenbeitrag daher weiterhin selbst.
Wie viel darf der Ehepartner in NRW verdienen?+
Für Aufwendungen aus dem Jahr 2026 darf die Summe der Einkünfte des Ehe- oder Lebenspartners im Jahr 2025 höchstens 23.861 Euro betragen. Die Grenze wird jährlich entsprechend dem Rentenwert angepasst.
Bekommen Polizisten in NRW freie Heilfürsorge?+
Ja. Polizeivollzugsbeamte erhalten freie Heilfürsorge nach § 112 LBG NRW, ergänzt um Beihilfe etwa für Wahlleistungen im Krankenhaus. Familienangehörige sind nicht über die Heilfürsorge abgesichert, im Ruhestand gilt Beihilfe von 70 Prozent.
Quellen (12)· Stand September 2026· Redaktion: Christian Fröhner