Startseite› Beamte in Niedersachsen·Stand September 2026
Für Beamte in Niedersachsen gelten dieselben Bemessungssätze wie beim Bund: 50 Prozent im aktiven Dienst, 70 Prozent ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand, 70 Prozent für Ehe- und Lebenspartner und 80 Prozent für Kinder. Grundlage sind § 80 des Niedersächsischen Beamtengesetzes (NBG) und die Niedersächsische Beihilfeverordnung (NBhVO).
Zwei Besonderheiten prägen die Wahl der Krankenversicherung: Wahlleistungen im Krankenhaus sind in Niedersachsen überhaupt nicht beihilfefähig, und seit Februar 2024 können Beamte statt der individuellen Beihilfe eine pauschale Beihilfe zum Beitrag einer Vollversicherung wählen. Polizeivollzugsbeamte erhalten seit 2017 wieder Heilfürsorge.
Bemessungssatz aktive Beamte
50 %
70 % ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand.
Einkommensgrenze Partner
22.000 €
Gesamtbetrag der Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr vor der Antragstellung.
Anrechnung Heilfürsorge Polizei
1,3 %
Monatlich vom jeweiligen Grundgehalt der Heilfürsorgeberechtigten.
Quelle: Landesrecht Niedersachsen, Stand September 2026
Wahl zwischen individueller Beihilfe mit personenbezogenen Bemessungssätzen und – seit 01.02.2024 – pauschaler Beihilfe als Zuschuss zum Versicherungsbeitrag.Quelle: §§ 80, 80a NBG, NLBV
Bemessungssätze
50 % aktive Beamte (auch Anwärter), 70 % ab zwei Kindern im Familienzuschlag, 70 % Versorgungsempfänger, 70 % Ehe- und Lebenspartner, 80 % Kinder und Waisen.Quelle: NLBV, Informationsblatt Vordruck 2719 (Stand 01.08.2025)
Wahlleistungen
Nicht beihilfefähig: Ein- und Zweibettzimmer sowie Wahlarztbehandlung sind vollständig und ausnahmslos ausgeschlossen.Quelle: § 21 NBhVO, NLBV
Kostendämpfungspauschale/Eigenbehalte
Keine Kostendämpfungspauschale. Eigenbehalte u. a. 10 %, mind. 5 € und höchstens 10 € bei Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Fahrten; 10 € je Tag im Krankenhaus (max. 28 Tage im Jahr); Kinder unter 18 weitgehend befreit.Quelle: § 45 NBhVO, NLBV
Pauschale Beihilfe
Seit 01.02.2024: monatlich höchstens die Hälfte des Beitrags zur freiwilligen gesetzlichen oder privaten Krankheitskostenvollversicherung (nicht zur Pflegeversicherung). Antrag schriftlich, unwiderruflich, innerhalb einer Ausschlussfrist von einem Jahr.Quelle: § 80a NBG, NLBV
Einkommensgrenze Partner
Berücksichtigungsfähig, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr vor der Antragstellung 22.000 € nicht übersteigt; Ausnahme, wenn die Grenze im laufenden Jahr voraussichtlich eingehalten wird.Quelle: § 80 Abs. 3 NBG, § 2 NBhVO
Heilfürsorge
Polizeivollzugsbeamte seit 01.01.2017 wieder mit Heilfürsorge (Anrechnung 1,3 % des Grundgehalts); Feuerwehrbeamte nach § 115 NBG. Angehörige erhalten Beihilfe, Wahlleistungen nur nach Dienstunfall.Quelle: §§ 114, 115 NBG, NLBV
Verbeamtung Lehrkräfte
Lehrkräfte im 18-monatigen Vorbereitungsdienst sind in der Regel Beamte auf Widerruf mit Beihilfe. Zahnersatz, Kronen und Implantate sind für sie nicht beihilfefähig.Quelle: Bildungsportal Niedersachsen, NLBV
Rechtsreferendare
Keine Beamten: Der juristische Vorbereitungsdienst läuft in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis mit Unterhaltsbeihilfe, ohne Beihilfeanspruch.Quelle: § 5 NJAG, OLG Celle
Beihilfestelle
Niedersächsisches Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV), zuständig auch für die pauschale Beihilfe und die Heilfürsorge der Polizei.Quelle: NLBV
Rechtsgrundlage
§§ 80 und 80a Niedersächsisches Beamtengesetz (NBG) in Verbindung mit der Niedersächsischen Beihilfeverordnung (NBhVO).Quelle: NBG, NBhVO
Niedersachsen gewährt Beihilfe nach personenbezogenen Bemessungssätzen: 50 Prozent für aktive Beamte, 70 Prozent ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern, für Versorgungsempfänger sowie für Ehe- und Lebenspartner und 80 Prozent für Kinder und Waisen. Der Ehe- oder Lebenspartner ist berücksichtigungsfähig, wenn seine Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr 22.000 Euro nicht überstiegen haben.
Zwei Regeln sollten Sie bei der Tarifwahl kennen:
Wahlleistungen (Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer) sind vollständig von der Beihilfe ausgeschlossen (§ 21 NBhVO). Sie müssen zu 100 Prozent privat versichert werden.
Eigenbehalte mindern die beihilfefähigen Kosten, etwa um 10 Prozent (mindestens 5, höchstens 10 Euro) bei Arzneimitteln und um 10 Euro je Tag im Krankenhaus, höchstens für 28 Tage im Jahr.
Pauschale Beihilfe oder PKV: Was lohnt sich in Niedersachsen?
Seit dem 1. Februar 2024 können Beamte in Niedersachsen statt der individuellen Beihilfe eine pauschale Beihilfe wählen (§ 80a NBG). Der Dienstherr zahlt dann monatlich höchstens die Hälfte des Beitrags einer freiwilligen gesetzlichen oder privaten Krankheitskostenvollversicherung, nicht aber zur Pflegeversicherung; bei privater Versicherung ist die Berechnung auf den Basistarif begrenzt.
Wichtig für die Entscheidung:
Der Antrag ist schriftlich zu stellen und unwiderruflich; eine Rückkehr zur individuellen Beihilfe ist ausgeschlossen.
Er muss innerhalb einer Ausschlussfrist von einem Jahr gestellt werden, etwa ab Beginn des Beamtenverhältnisses.
Mit der pauschalen Beihilfe entfällt die individuelle Beihilfe für Krankheitskosten.
Für gesunde Berufseinsteiger ist die Kombination aus Beihilfe und PKV-Beihilfetarif meist günstiger. Die pauschale Beihilfe kann sich bei Vorerkrankungen oder mit mehreren Kindern lohnen, die in der GKV beitragsfrei mitversichert sind. Mehr dazu für Beamtenanwärter und Lehrer.
Was gilt für Polizei und Heilfürsorge in Niedersachsen?
Polizeivollzugsbeamte in Niedersachsen haben seit dem 1. Januar 2017 wieder Anspruch auf Heilfürsorge (§ 114 NBG). Für diese Absicherung wird monatlich ein Betrag von 1,3 Prozent des jeweiligen Grundgehalts auf die Besoldung angerechnet.
Für die Tarifplanung ist wichtig:
Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder haben keinen Anspruch auf Heilfürsorge; sie können über die Beihilfe berücksichtigt werden.
Wahlleistungen im Krankenhaus werden nur nach einem anerkannten Dienstunfall übernommen.
Beamte der Feuerwehr können nach § 115 NBG ebenfalls Heilfürsorge erhalten.
Im Ruhestand gilt Beihilfe von 70 Prozent. Eine Anwartschaftsversicherung sichert den späteren Wechsel in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Was gilt für Referendare in Niedersachsen?
Lehramtsreferendare sind in Niedersachsen in der Regel Beamte auf Widerruf mit Beihilfe, Rechtsreferendare dagegen nicht. Der Vorbereitungsdienst für Lehrkräfte dauert 18 Monate; der Bemessungssatz beträgt 50 Prozent, ab zwei Kindern 70 Prozent. Zahnersatz, Kronen, Inlays und Implantate sind für Beamte auf Widerruf und ihre Angehörigen nicht beihilfefähig, außer nach einem Unfall im Vorbereitungsdienst.
Rechtsreferendare absolvieren den juristischen Vorbereitungsdienst in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis. Sie erhalten eine Unterhaltsbeihilfe und sind in der Regel gesetzlich krankenversichert.
Wenn Sie sich auf das 18-monatige Referendariat in Niedersachsen vorbereiten, ist es von großer Bedeutung, eine sorgfältig …
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Häufige Fragen: Beamte in Niedersachsen
Wie hoch ist die Beihilfe in Niedersachsen?+
Aktive Beamte erhalten 50 Prozent, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent. Pensionäre sowie Ehe- und Lebenspartner erhalten 70 Prozent, Kinder und Waisen 80 Prozent.
Gibt es in Niedersachsen eine pauschale Beihilfe?+
Ja, seit dem 1. Februar 2024. Statt der individuellen Beihilfe zahlt der Dienstherr einen monatlichen Zuschuss zum Beitrag einer gesetzlichen oder privaten Vollversicherung. Der Antrag ist unwiderruflich und muss innerhalb eines Jahres gestellt werden.
Sind Chefarzt und Zweibettzimmer in Niedersachsen beihilfefähig?+
Nein. Wahlleistungen wie Ein- oder Zweibettzimmer und Wahlarztbehandlung sind in Niedersachsen vollständig von der Beihilfe ausgeschlossen. Wer sie absichern möchte, braucht einen privaten Tarif, der sie zu 100 Prozent übernimmt.
Gibt es in Niedersachsen eine Kostendämpfungspauschale?+
Nein. Es gelten aber Eigenbehalte, zum Beispiel 10 Prozent (mindestens 5, höchstens 10 Euro) bei Arzneimitteln und 10 Euro je Tag im Krankenhaus für höchstens 28 Tage im Jahr.
Wie viel darf der Ehepartner in Niedersachsen verdienen?+
Der Gesamtbetrag der Einkünfte darf im vorletzten Kalenderjahr vor der Antragstellung 22.000 Euro nicht übersteigen. Liegt er darüber, ist eine Beihilfe unter Vorbehalt möglich, wenn die Grenze im laufenden Jahr voraussichtlich eingehalten wird.
Bekommen Polizisten in Niedersachsen freie Heilfürsorge?+
Ja, seit dem 1. Januar 2017 wieder. Dafür werden monatlich 1,3 Prozent des Grundgehalts angerechnet. Familienangehörige sind nicht über die Heilfürsorge abgesichert.
Quellen (10)· Stand September 2026· Redaktion: Christian Fröhner